Donnerstag, 7. Dezember 2023

7. Dezember - Erlebnisse im Tal

Miro grübelte schon wieder früh am Morgen über das Rätsel um den Mirolaus. Heute, das hatte er sich fest vorgenommen, wollte er durch die miramagischen Täler fliegen und alle nach Hinweisen fragen, die er finden konnte. Mutzel packte ihm dafür einen Rucksack mit Proviant und legte ihm einen flauschig-warmen Schal um den Hals. Dann setzt sich Miro noch seine Wintermütze auf und wanderte los. Ab dem Dorfausgang schwang er seine Flügel und erhob sich in den miramagischen Himmel. Alles unter ihm wurde immer kleiner und er sah viele weihnachtlich-geschmückte Dörfer.
Auf einem der Wanderwege entdeckte er einen Händler. Miro landete direkt vor ihm. Eusebius richtete sofort stolz das Wort an ihn: „Gestatten, ich bin Eusebius und sammle Seltenes, wie wäre es mit einem Tausch? 11 einzigartige Pilze gegen 20 Rubine?“ Miro schüttelte den Kopf und wollte nach Hinweisen zu Mirolaus fragen, doch der Händler war nur an einem Tauschhandel interessiert und nicht an einem Gespräch. Eusebius hatte Miro schnell den Rücken zugedreht und da wusste der
kleine Drache, dass es besser war weiterzufliegen.
Nach ein paar Minuten hörte Miro einen lauten Knall und sah unter sich eine dicke Rauchwolke aufsteigen. Miro war sich sicher, dass konnte nur Nikodemus der Große sein. Und setzte zur Landung an. Der Meister der Verwandlung grüßte freundlich: „Lieber Miro, möchtest du mir bei meinem neuesten Trick helfen? Dafür müssten müsstest du mir 100 Manapilze, 100 Saatgutpilze, 100 Goldpilze und 100 Erfahrungspilze geben und ich kann dir zeigen, wie du eine mystische Festung herbeizaubern kannst.“ Miro blicke ihn mit seinen großen Augen an und wollte einfach nur nach dem Mirolaus fragen, doch Nikodemus war völlig in seine Zauberei vertieft. Enttäuscht zog der kleine Drache weiter.
Nicht weit entfernt entdeckte er eine blaue Spur auf dem Weg. Miro dachte nach. Sein Blick zog sich entlang der Spur und nicht weit entfernt sah er die blaue Rennschnecke. Flink war Miro bei ihr. „Hey du“, sagte sie, „du bist doch bestimmt ein Vielflieger in Drachenrennen. Dafür musst du aber immer gut vorbereitet sein und ich sage dir, die Sieger setzen auf Zauber. Wie wäre, wenn wir tauschen und zwar 2 Lärmschutzzauber gegen einen großen Regenerationszauber?“ Miro dachte nach, so ein Regenerationszauber war immer super praktisch und das Angebot der Rennschnecke war wirklich gut. Er nickte und die Zwei tauschten ihre Waren. Miro wollte gerade die Phiole mit der rosa Flüssigkeit einstecken, da fiel ihm ein, dass er die Rennschnecke noch nach dem Weihnachtsdrachen fragen wollte, doch sie war schon weitergekrochen. Also rief er ihr hinterher: Hallo, kannst du mir sagen, ob du etwas über den Mirolaus weißt?“ Die Rennschnecke drehte sich kurz zu ihm um, schüttelte aber den Kopf und kroch dann einfach weiter. So richtig konnte Miro sich nicht über seinen Tauschhandel freuen, aber er wollte nicht aufgeben. Er steckte die kleine Glasflasche ein und flog wieder los.
Diesmal musste er einen weiten Weg zurücklegen und er sah niemanden unter sich, da setzte er zur Landung an und wollte erst einmal eine Pause einlegen. Er setzte sich an einen Baum und packte ein paar Drachenkekse von Mutzel aus seinem Rucksack aus. Dann lehnte er sich an den Stamm und kaute, da raschelte es über ihm und er schaute den Stamm nach oben. Was war denn das? Der Baum hatte ja Augen. Miro drehte sich schnell um. Es war der weitgereiste Waldhüter, wie Miro ihn nun erkannte: „Knorrige Grüße“, sagte dieser zum Drachen, „ich brauche deine Hilfe, die Wälder sind der Schlüssel zum Leben und wir brauchen Nachwuchs. Kannst du mir 20 Sehgraspilzlinge geben und dafür bekommst du 50 Pflegepunkte für euren Dorfbaum?“ Miro wusste, wie wichtig es war, in diesem Fall zu helfen und kramte in seinem Rucksack. Für solche Notfälle hatte er immer ein paar Sehgraspilzlinge dabei. Er gab sie dem Waldhüter und dieser lächelte ihn an. Da sagte er: „Ich weiß, wonach du suchst.“ Miro war erstaunt. „Finde Mirella, sie wird dir bestimmt ein wenig weiterhelfen können“, raschelte es aus dem Blättern der Zauberbaumes. Miro wollte ihn noch etwas weiter befragen, aber der Waldhüter hatte seine Augen wieder geschlossen und sah erneut aus wie ein ganz einfacher Baum. Der kleine Drache überlegte, wie er Mirella finden könnte, dabei packte er alles wieder in seinen Rucksack und wanderte diesmal zu Fuß weiter.
Eine viertel Stunde später hörte er ein leises Summen hinter sich. Er drehte sich um und da stand Mirella. Warmherzig begrüßte sie ihn: „Die Miragie sei mit dir kleiner Drache. Ich bin Mirella, die Oberste des Miramagia-Rates. Das Schicksal der miramagischen Welt liegt in unseren Händen. Wir weben es und erschaffen die Zukunft. Gibst du mir dafür 105 Fliegenpilze?“ Miro war erst einmal völlig verwirrt. Er schaute sie an und sagte: „Ich habe leider keine, aber wenn du wartest, hole ich welche von Emma aus der Stadt.“ Mirella lächelte ihm freundlich zu. Miro ließ seinen Rucksack sinken und nahm nur ein paar Goldmünzen heraus. So schnell er konnte, flog er in die Stadt zu Emma. Diese öffnete gerade ihre Ladentür, um einmal alles rauszukehren. Eine Staubwolke kam Miro entgegen und er musste furchtbar husten. „Oh weh Miro, ich habe dich gar nicht kommen sehen.“ erwiderte Emma. „Emma … *hust* könntest du mir *hust* 105 *hust* Fliegenpilze verkaufen?“, fragte er. Die alte Hexe holte ihm sofort, was er brauchte und Miro schwebte hustend wieder davon.
Bei Mirella angekommen, war zum Glück alles wieder in Ordnung und er gab ihr die rot-weißen Pilze. Mirella bedankte sich bei ihm mit 100 Miragie und einem Hinweis. „Der Mirolaus wohnt gewöhnlich in einem eigenen Winterdorf mit seinen Helferlein. Den genauen Weg weiß ich nicht, aber es soll darüber am Weltenbaum etwas zu finden sein.
Miro wollte sich sogleich auf den Weg dorthin machen, als er bemerkte, dass die Sonne langsam unterging. Da beschloss er zurück nach Steinar zu fliegen.
Mutzel stand schon an der Tür und erwartete ihn. Sie kuschelte den kleinen Drachen in eine warme Decke und gab ihm eine Tasse Mirabellenpunsch zum Aufwärmen. Müde erzählte er ihr noch von seinen neuen Erkenntnissen, bevor er sich in sein Nest legte und schlief.

Mittwoch, 6. Dezember 2023

6. Dezember - der Rohrbruch

Die Sonne stand gerade erst über dem Horizont. Miro schlug die Augen auf und sah auf die Adventsuhr: Es war der 6. Dezember. Ganz fix schlüpfte er aus seinem Nest und ging zur Tür. Davor warteten seine Stiefel, genauso wie er sie hingestellt hatte. Doch sie waren leer. „Hier stimmt doch etwas nicht!“, rief er. Da wurde Mutzel wach und kam zu ihm. Miro rollte eine dicke Träne über seine Wange. „War ich so böse?“, fragte er. Moosmutzel hockte sich hin und nahm ihn in die Arme: „Aber nein!“, sagte sie bestimmt und tröstete ihn. Sie schaute nach draußen in die morgendliche Landschaft von Steinar. „Geh zu Liesl rüber und frage sie mal, ob bei ihr etwas drin war.“ schlug sie ihm vor. Miro schniefte und machte sich mit hängendem Kopf auf den Weg. Als er vor Liesls Haus war, sah er keine Stiefel. Er klopfte vorsichtig. Sogleich öffnete ihm Liesl die Tür. In der Hand hatte sie einen ihrer Stiefel. „Waren deine Schuhe auch leer?“, fragte Miro. Liesl blickte ihn traurig an.  Da sagte Miro: „Ich werde herausfinden, was hier los ist!“  Ganz fix lief er zurück zu Mutzels Haus. Er stürmte durch die Tür. Mutzel hängte gerade einen Kessel über ihre Feuerstelle. „Mutzel, ich muss  dieses Rätsel lösen. Bei Liesl war auch nix da!“, polterte er los. Moosmutzel schaute ihn an und überlegte. Nebenbei begann sie Schlüsselknollen in kleine Würfel zu schneiden. Miro wanderte in der Küche hin und her. Er beobachtete wie Mutzel die geschnittenen Schlüsselknollen zum Kessel schweben ließ. Sie wollte gerade Karotten und Zylinderschwammerl aus ihrem Vorrat holen, da erinnerte sie sich, dass es zu wenige waren. „Warum fragst du nicht Emma, ob sie etwas weiß.“ sagte Mutzel, „Und wenn du schon dort bist, könntest du mir noch 5 Karotten und 11 Zylinderschwammerl mitbringen?“                                                

Sofort machte sich Miro auf den Weg. In der Stadt war wie immer ein mächtiges Gewusel. Von weitem sah er Emilio, der dem kleinen Drachen zu winkte und Miro lächelte zurück. Aber Zeit für ein Gespräch mit ihm hatte er gerade nicht, denn er wollte ganz schnell zum Hexe-Emma-Laden. Die Türglocke bimmelte laut, als er eintrat. Vor ihm waren noch ein Druide und eine Schamanin an der Reihe. Er tanzte ungeduldig von einem Fuß auf den anderen und flüsterte leise vor sich hin: „5 Karotten und 11 Zylinderschwammerl“, damit er es nicht vergaß.
Endlich waren die anderen mit ihren Einkäufen fertig und Miro flog zu Emma auf die Theke. Emma, die weise alte Ladenhexe, lächelte ihn an. Sie nahm eine Dose Drachenfutter aus ihrem Regal und öffnete sie: „Die geht aufs Haus, was hast du denn auf dem Herzen?“ fragte sie. Miro nahm sich etwas aus der Dose und schmatze, dann platze er heraus: „5 Karotten und 11 Zylinderschwammerl.“ Emma schaute ihn verwirrt an und fragte: „Und deswegen bist du so unruhig?“  „Entschuldigung“ sagte Miro, „das ist Mutzels Bestellung, „nicht, dass ich es vergesse!“ Dann aber erzählte der kleine Drache Emma alles über den Mirolaus.
Emma hatte natürlich schon mitbekommen, dass heute zum 6. Dezember etwas anders war als sonst, aber auch sie wusste nichts Genaues.                   

Miro und Emma überlegten lange.
Plötzlich stürmte Kiwi0707 in Emmas Laden: „Miro, ich brauche deine Hilfe, in Mutzels im Labor gab es einen Rohrbruch! Ich schaffe das nicht allein““ Geschwind packte Emma noch die Bestellung von Moosmutzel ein und dann teleportierten sich Kiwi und Miro zurück nach Steinar. Im Dorf angekommen, sahen sie, dass Mutzel völlig hilflos in ihrem Labor herumwuselte. Überall lagen die Rohre verstreut auf dem Boden und sie wusste nicht, welche sie womit verbinden sollte. Kiwi nahm ihr 2 Rohrstücke aus der Hand und sagte: „Hey Mutzel, wir reparieren das hier alles für dich und dafür kochst du etwas Leckeres für uns.“  Dankbar nahm Mutzel die Hilfe an und verschwand samt Miros Einkauf von Emma.


Nun standen Kiwi und Miro mitten im Labor und schauten sich erst einmal um. Überall Rohre, gerade Stücke, Kurven, T-Rohre und Kreuze lagen kreuz und quer verstreut herum. Aber was kommt nun wo hin? Kiwi kratzte sich am Kopf. In diesem Moment entdeckte Miro in einer Ecke einen kleinen Zettel. „Schau mal Kiwi, hier sind Hinweise auf dem Papier.“ Kiwi studierte die Anweisungen. Sie sollten unbedingt den großen Kessel mit den kleinen Gläsern auf dem Regal verbinden, dabei durften aber die Fliegenpilze nicht im Kessel landen. Außerdem war da noch ein Trichter, der auf keinen Fall Kontakt zum Bunsenbrenner haben durfte. Hauptsache war aber, dass das Wiegemesser mit dem Steingrompf verbunden wurde.
Kiwi und Miro bastelten fast 2 Stunden, bis sie alles perfekt zusammen hatten. „Puh“, sagte Kiwi, „endlich geschafft! Jetzt habe ich aber Hunger!“ Beide verließen das Labor und stapften durch den Schnee zu Mutzels Haus. Schon von weitem roch es herrlich nach Zylinderschwammerlsuppe.
An diesem Abend saßen die Drei gemütlich am Küchentisch zusammen mit Suppe, Mutzels miramagischen Traumtee und Geschichten über Rohrbrüche und andere kleine Missgeschicke in Miramagia und deren Rettungsaktionen. 

Dienstag, 5. Dezember 2023

5. Dezember - der Wunschzettel

Die kleine flauschige Kugel kullerte aus Miros Hand als er schlief. Genau im gleichen Moment wanderte der Zeiger der Adventsuhr auf die 5. Der kleine Drache schlief tief und fest. Er träumte…
Mit leisen Sohlen lief er durch den Schnee und folgte dem Schatten, er war sich sicher, dass es der Mirolaus sein musste. Er wollte ihm unbedingt die Bommel zurückgeben. Der vermeintliche Weihnachtsdrache hatte einen Sack bei sich. Miro stolperte.                                                            

Als er im Schnee lag, sah er ein Geschenk neben sich und als er aufblickte noch einige mehr, wie eine Spur. Weit entfernt sah er den Sack des Mirolaus liegen, doch vom Weihnachtsdrachen gab es keine Spur.  Gerade als Miro in das Geschenk neben sich schauen wollte, streichelte ihn jemand am Kopf.
„Aufwachen kleine Schlafmütze.“ Miro blinzelte. Vor ihm stand Moosmutzel und hatte einen Teller in der Hand. Darauf stapelten sich ganz viele leckere Leafar-Pfannkuchen und es duftete so gut. Da war Miro ganz schnell auf den Beinen und saß sogleich am Küchentisch. Gleich legte ihm die Hexe einen der Pfannkuchen auf den Teller und Miro machte sich einen großen Klecks Morgentauhonig obendrauf. So mochte er sie am liebsten. Mit vollem Mund schmatzend versuchte er, Mutzel von seinem Traum zu erzählen. Mutzel gab sich große Mühe seinen Worten zu folgen.
Als er satt war, streichelte er sich liebevoll über seinen kleinen Drachenbauch und lächelte selig.
Er schaute Moosmutzel in die Augen und sagte: „Also heute schreibe ich endlich meinen Wunschzettel und versende ihn dann mit der miramagischen Drachenpost!“ Die kleine Hexe kramte Stifte und Papier für Miro heraus und er legte voller Eifer los, denn genau in diesem Moment kam ihm nämlich die zündende Idee für seinen Weihnachtswunsch. Eine neue Flugausrüstung sollte es sein, mit Brille, Haube und vor allem guter Wetterschutzkleidung gegen zu viel Sonne, Regen, Wind und Schnee und außerdem wären auch ein paar gute Flugschuhe super. Er wollte in den nächsten Drachenrennen immer perfekt vorbereitet sein. Miro schrieb und malte alles detailgetreu aus, so wie er es sich vorstellte und nach über einer Stunde legte er stolz seinen Wunschzettel in die Mitte des Tisches und schob ihn zu Mutzel hin, die gerade noch im miramagischen Talboten las. „Na das sind ja große Wünsche, ob das der Mirolaus alles bringen wird?“ überlegte sie. Doch Miro nickte überzeugt. Er krallte sich seinen Wunschzettel und rollte ihn auf. Dann bekam die Rolle noch eine hübsche rote Schleife. „Und jetzt?“ fragte Mutzel. Miro hüpfte vom Stuhl und sagte: „Na ich gehe jetzt zum Briefkasten, damit der Mirolaus den Wunschzettel ganz schnell bekommt!“, rief er und lief in Richtung Dorfausgang. Der Weg führte ihn am Dorfbaum vorbei nach links. „Huhu Miro“, hörte er eine Stimme von rechts. Da winkte ihm Liesl-Radiesl, die zweite kleine Hexe aus Steinar zu. „Was machst du denn?“, fragte sie. Miro schwenkte stolz die Papierrolle in seiner Kralle. „Ich bringe meinen Wunschzettel zur Drachenpost.“, sagte er. Mittlerweile war Liesl bei ihm angekommen und schaute ihn traurig an. „Ich habe meinen schon vor 2 Wochen abgeschickt, aber es kam bis heute keine Karte zurück wie sonst.“  Die Helfer des Mirolaus schicken jedem Wunschzettelschreiber immer eine hübsche Karte, damit dieser auch weiß, dass seine Wünsche gut angekommen sind. Miro schaute Liesl völlig erschrocken an: „Was?“, rief er, „da stimmt doch was nicht!“ Er nahm Liesl-Radiesl an seine Hand und ohne den Wunschzettel noch zur Post zu bringen ging er mit ihr zusammen zu Moosmutzel. Gerade erst am Haus angekommen, noch bevor Mutzel die Tür richtig geöffnet hatte, platzte er mit allem heraus, was er gerade von Liesl gehört hatte. Liesl nickte nur traurig. Mutzel bat beide herein. Sie setzte einen Mirabellenpunsch auf und würzte ihn mit ein paar Zapfenbuschsamen. Dann stellte sie 3 Punschbecher auf ihren Tisch und eine Schale Kekse dazu. Die Drei setzten sich. „Lasst den Kopf nicht hängen. Ich denke ihr solltet heute noch eure Stiefel gut putzen und morgen sehen wir weiter“, munterte Moosmutzel sie auf. Miro hatte vor Aufregung ganz vergessen, dass am nächsten Tag ja der 6. Dezember war. Mutzel und Miro luden Liesl noch zu einem gemütlichen Abendessen ein.
Als Liesl dann gegangen war, putzte Miro ganz eifrig seine Stiefel. Viel Arbeit was das eigentlich nicht, denn er trug sie fast nie, aber er gab sich große Mühe. Dann war er müde vom langen Tag und kuschelte sich in sein Nest. Mutzel legte ihm noch sein Lieblingskissen und die Kuscheldecke hin und kraulte ihn noch ein wenig am Kopf. Ganz schnell war der kleine Drache dabei eingeschlafen.

Montag, 4. Dezember 2023

Gastbericht: Feufeus Bahnhofsbesuch

 Heute habe ich einen Gastbericht von Feufeu aus der Schweiz für Euch. Viel Spaß beim Lesen!

Euer Miro








4. Dezember - die Bommel

Am nächsten Morgen tanzte die Sonne auf Miros Nase. Das kitzelte und er musste niesen. Nun war der kleine Drache wach. Er konnte auch keinen Regen mehr hören. Ganz fix schubste er seine Decke weg und lief vor die Tür. Alles war weiß. Der Regen von gestern war nun zu Schnee geworden. Es glitzerte und funkelte im Sonnenlicht. Miro blickte sich um. Neben ihm im Schnee entdeckte er ganz unscheinbar eine weiße Bommel. Der kleine Drache hob sie mit seinen Krallen vorsichtig hoch. Hinter ihm trat Mutzel aus der Tür. Die Hexe bewunderte die schöne Schneelandschaft von Miramagia. „Das sieht wunderschön aus!“ schwärmte sie. Dann sah sie die Bommel in Miros Hand. „Was hast du da?“, fragte sie. Miro reichte ihr die kleine weiße flauschige Kugel. „Die lag hier im Schnee“, meinte er dazu. „Das ist die Bommel vom Mirolaus!“, war sich Mutzel ganz sicher. „Er war also doch hier!“, Miro hüpfte vor Freude, „ich hatte recht! Aber warum habe ich dann kein Geschenk bekommen?“ Die kleine Hexe schmunzelte: „Woher soll der Mirolaus denn wissen, was du dir wünschst? Hast du denn schon einen Wunschzettel geschrieben? Vielleicht wollte er ihn ja abholen?“ Wie von der Trichterdistel gestochen rannte Miro ins Haus. Er hüpfte auf die Kommode und wühlte nach Stiften und Papier. Etwas erschrocken lief Moosmutzel hinter ihm her: „Miro warte doch, ich helfe dir!“
Während Miro am Tisch saß und gedankenverloren an seinem Stift kaute, machte Moosmutzel Frühstück für beide. „Ich weiß noch gar nicht, was ich mir wünsche“, sagte Miro. Der kleine Drache schaute sie etwas unglücklich an. „Ach Miro, erstmal essen wir etwas und dann wäre es toll, wenn du in der Wiesenwelt meine Alraunen füttern könntest. Danach setzen wir uns nochmal hier zusammen in der Küche hin und überlegen gemeinsam“, meinte Mutzel. Miro ließ enttäuscht ein paar leine Rauchwölkchen aus seinen Nüstern aufsteigen, immer war so viel zu tun. Als er bei den Alraunen war, wollten diese mit ihm noch ein wenig umherflitzen. Miro hatte dabei viel Spaß, die kleinen Pflänzchen waren aber auch echt knuffig. Zurück im Dorf, hatte Mutzel schon die nächsten Aufgaben. Der Dorfbaum musste auch mal wieder gegossen werden und damit war sie diesmal dran. Miro half ihr dabei. Immer wieder war es schön anzusehen, wie der Dorfbaum wuchs. Nach dem Gießen legte Moosmutzel noch einen Weihnachtbaumzauber über den Dorfbaum. Jetzt war er ein wunderschön geschmückter Tannenbaum. So verging der ganze Tag und am Abend war Miro einfach zu müde, um noch seinem Wunschzettel zu schreiben. Mit der Bommel in der Hand schlief der kleine Drache ganz schnell ein.

Sonntag, 3. Dezember 2023

3. Dezember - der Schatten

Mitten in der Nacht wurde Miro wach. Der Wind sauste um die Ecken. Der kleine Drache schaute sich um. Sein Blick blieb an der Adventsuhr hängen, immer noch die 2. Er blinzelte, gerade in diesem Moment wanderte der Zeiger weiter zur 3. Es musste also Mitternacht sein. Wieder heulte der Wind. Miro krabbelte aus seinem gemütlichen Drachennest. Dabei fiel sein Lieblingskissen auf den Boden, aber er beachtete es gar nicht, seine Augen waren starr auf das Fenster gerichtet. Miro war sich ganz sicher, dass er dort gerade einen Schatten gesehen hatte. Langsam und vorsichtig schlich er zum Fenster hin. Der Schatten verschwand gerade hinter der Hausecke von Digedag, Mutzels Nachbarin. Miro hatte bemerkt, dass der Unbekannte eine Weihnachtsmütze auf dem Kopf hatte. Aufgeregt lief er durch das Zimmer. Als er die Tür öffnete, stand plötzlich Mutzel neben ihm. „Was machst du denn hier?“ fragte sie. Miro stotterte: „Ääääh, Mütze… draußen… äh… Mirolaus…“ Mutzel nahm den kleinen Drachen in ihren Arm. „Ach Miro, du hast bestimmt nur geträumt, lass uns wieder schlafen gehen.
Als sie am Morgen wach wurden, regnete es draußen in Strömen. Miro war das gerade egal, denn er erzählte Mutzel, was er gesehen hatte und das beschäftigte ihn so sehr, dass er von nichts anderem redete. Moosmutzel schmückte währenddessen ihr Haus und versuchte ihn damit ein wenig abzulenken.
Am Nachmittag klopfte es an der Tür. Noch bevor Mutzel reagieren konnte, war Miro schon an der Tür. Digedag, die Druidin, war zu Besuch gekommen und hatte Tannenzweige dabei. „Oh, wie schön, dass du daran gedacht hast!“, sagte Mutzel. Auf dem Herd kochte schon das Wasser für den miramagischen Traumtee, den hatte Mutzel selbst kreiert, und sie ließ die Teller mit einem Zauber zum Tisch schweben. Zum Schluss stellte sie noch eine Schale mit Plätzchen dazu. Digedag und Mutzel hatten sich eine Menge zu erzählen und für Miro gab es wundervolle miramagische Geschichten.

Samstag, 2. Dezember 2023

Auf der Suche nach dem Mirolaus...

Ich sag Euch, lange hat Mutzel hin und her überlegt, wie die Adventskalender-Geschichte vielleicht doch als Druck erscheinen könnte. Verlage sind eigen und anderes doch ziemlich teuer und so ist das hier entstanden...
Das ist meine Adventsgeschichte als A4 Ringbuch.... sieht doch toll aus, oder? Es sind auch ein paar mehr Bilder drin als es hier auf dem Blog zu sehen gibt. Es hat allerdings keine offizielle ISBN.  Falls du eins haben willst, dann gern eine Mail an mich unter miros_reisen@web.de 
Es kostet 12€  plus Versand. 

Ich hoffe, es gefällt Euch!

Stolze Grüße Euer Miro

2. Dezember - die Adventsuhr

Am nächsten Tag nahm sich Mutzel Stifte, Schere und Papier und begann zu malen und zu basteln. Erst einmal entstand ein großer Kreis auf dem Papier und in der Mitte ein kleines Loch. Am Rand zeichnete sie viele miramagische Symbole und auch Drachen, insgesamt 24, und zu jedem

schrieb sie noch eine Zahl. Miro verfolgte jeder ihrer Bewegungen. Danach malte Moosmutzel auf ein anderes Papier noch einen Pfeil, schnitt ihn aus und befestigte ihn in der Mitte der Scheibe. Als letztes machte sie eine kleine Handbewegung und ließ etwas Mana auf die Uhr rieseln. Miro schaute sie völlig verblüfft an: „Was soll ich jetzt damit machen?“ fragte er. Mutzel hängte die Uhr an eine freie Stelle an der Wand, in der Nähe von Miros Nest. Der kleine Drache schlief nämlich viel lieber bei Mutzel im Haus als in seiner Drachenhütte. Dann stellte sie den Zeiger auf die 2. „Der Pfeil wandert jetzt jeden Tag um 1 Zahl weiter bis zur 24“, sagte sie zu Miro. „Und dann kommt der Mirolaus?“, fragte Miro. Moosmutzel nickte. Miro ließ seine Flügel hängen. „Das dauert ja noch ewig!“, beschwerte er sich. Mutzel nahm ihn auf ihren Schoß und kraulte ihm die kleinen Flügelchen. „Sei nicht so ungeduldig, bis dahin fallen dir noch eine Menge Dinge ein, die du tun kannst. Dann vergeht die Zeit viel schneller. Zum Beispiel müsste ich unbedingt mal mein Lagerhaus neu sortieren. Würdest du mir heute dabei helfen?“ Miro war nicht allzu begeistert davon, allerdings gab es dort auch immer wieder was Leckeres zum Naschen und so machten sich die Zwei ans Werk. Sie waren bis zum Abend beschäftigt, aber am Ende machte Mutzel stolz das Tor vom Lagerhaus zu und freute sich, dass sie alles geschafft hatten. Miro flog neben Mutzel her als sie im Mondlicht zurück zum Haus liefen. Nach dem Abendessen waren beide sehr müde. Miro blickte nochmal auf seine Adventsuhr, noch immer zeigte der Zeiger auf die 2, ob er wirklich weiterwandern würde?


Wollt Ihr Euch auch so eine Adventsuhr basteln? Dann druckt diese PDF auf ein dickes Papier und los gehts!
LG Euer Miro


Freitag, 1. Dezember 2023

1. Dezember - Wann kommt endlich der Mirolaus

Es war am Nachmittag des 1. Dezembers. Die ersten Schneeflocken tanzten leise und sacht vom Himmel herunter. Miro, der kleine rote Drache drückte seine Nase an das Fensterglas und schaute mit großen Augen nach draußen. Ganz langsam wendete er seinen Kopf: „Du-u-u-u, Mutzel? Wann kommt eigentlich der Mirolaus?“ Moosmutzel, die kleine Hexe, bei der er wohnte, war gerade in ihrer Küche beschäftigt. Die ersten Weihnachtsplätzchen waren gerade in den Ofen gewandert. „Mutzel!“ fragt Miro erneut. Nun blickte sie zu dem kleinen Drachen: „Aber Miro, heute ist doch erst der 1. Dezember, du musst schon noch ein paar Tage warten.“ „Und wie lange?“ Miro legte den Kopf schief. Moosmutzel holte die Kekse aus dem Ofen und es duftete herrlich. Miro kam angeflattert. „Vorsicht!“, mahnte Mutzel, „Das Blech ist noch heiß!“ Miros Augen schauten ihr ganz liebevoll-fragend ins Gesicht. Da nahm Mutzel eines der Plätzchen, pustete und steckte es ihm in den Mund. Der kleine Drache schloss genießerisch seine Augen und knusperte vor sich hin.
Diesen ruhigen Moment nutzte die kleine Hexe zum Nachdenken. Dabei wog das lange grüne Schleifenband an ihrem Hut hin und her. Plötzlich sagte sie in die Stille hinein: „Ich habe eine Idee!“ Miro öffnete rasch die Augen. „Ich bastel dir eine persönliche Adventsuhr, da dreht sich der Zeiger jeden Tag weiter und so weißt du, wie lange es noch dauert bis der Mirolaus kommt. Außerdem steht ja auch auf unserem Dorfplatz der große Dorfadventskalender mit den vielen kleinen Überraschungen, dort siehst du es auch“, sagte die kleine Hexe.
 

 

 

Mittwoch, 29. November 2023

Miramagischer Advent 2023

Nun sind es nur noch 2 Tage bis die Adventszeit beginnt und da möchte ich Euch gern zeigen, was sich Mutzel hat einfallen lassen...

Zum Glück gibt es noch vieles bei Facebook zu finden und aus diesen tollen miramagischen Erinnerungen ist der Adventskalender für 2023 entstanden...  

Klickt einfach auf das Bild hier unten oder hier oben im Blog ist er auch eingefügt, sieht allerdings etwas anders aus. Ich wünsche Euch viel Freude damit!


vorweihnachtliche Grüße Euer Miro